Väterchen Frost

Ded Moros und Snegurotschka

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In Russland bringt nicht der Weihnachtsmann die Geschenke, sondern Ded Moros, Großvater Frost, auf Deutsch meist Väterchen Frost genannt. Er kommt in der Neujahrsnacht, trägt einen langen Mantel und einen Stab und wird von seiner Enkelin Snegurotschka begleitet, dem Schneemädchen.

Schneemann-Anhänger mit Mütze und Schal unter einer geschmückten Tanne
Unter der Jolka liegen in Russland die Geschenke von Ded Moros.

Keine Kopie des Weihnachtsmanns

Oft heißt es, Ded Moros sei eine russische Variante von Santa Claus. Das stimmt nicht. Seine Wurzeln liegen in der Volksüberlieferung, in der der Frost als Gestalt auftritt, etwa im Märchen „Morosko“. Die erste literarische Fassung erschien 1840. Mit der aus Westeuropa übernommenen Tanne verband er sich im 19. Jahrhundert. Die Figur ist also eine Mischform, keine Kopie.

Auch eine Erfindung der Sowjetzeit ist er nicht. Er existierte schon vor 1917. Zur offiziellen Figur des Neujahrsfestes wurde er aber erst Mitte der 1930er-Jahre, als die Tanne zurückkehrte. Mehr unter Neujahr in Russland.

Snegurotschka, die Enkelin

Snegurotschka stammt aus dem Märchen vom Schneemädchen. Berühmt machte sie das Theaterstück von Alexander Ostrowski aus dem Jahr 1873, in dem sie die Tochter von Frost und Frühling ist. Rimski-Korsakow schrieb danach eine Oper über sie. Im Neujahrsfest tritt sie seit den 1930er-Jahren als Enkelin und Helferin von Ded Moros auf, nicht als Tochter oder Frau.

Wann die Geschenke kommen

Die Geschenke gibt es in der Neujahrsnacht, unter der Tanne. Kinder bekommen außerdem bei den Neujahrsfesten in Kindergarten und Schule oft eine Tüte mit Süßigkeiten und Mandarinen. Bei diesen Festen tritt Ded Moros meist persönlich auf.

Die Heimat in Weliki Ustjug

Als Heimat des Ded Moros gilt die Kleinstadt Weliki Ustjug im Norden Russlands. Das ist allerdings kein alter Volksglaube, sondern ein Tourismusprojekt aus dem Jahr 1998, zu dem auch ein Anwesen des Ded Moros gehört.

Ded Moros und der Weihnachtsmann im Vergleich