Was an Neujahr auf den Tisch kommt

Die russische Festtafel

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Am Neujahrsabend wird in Russland gegessen, und zwar reichlich. Auf dem Tisch stehen mehrere Salate, kalte Platten mit Lachs und Kaviar, oft ein warmes Gericht, dazu Mandarinen und Sekt. Zwei Salate fehlen fast nie: der Olivier-Salat und der Hering im Pelzmantel.

Blini auf einem Teller, daneben Schälchen mit rotem und schwarzem Kaviar
Blini mit Kaviar gehören für viele zur festlichen Tafel.

Der Olivier-Salat

Der Olivier-Salat ist nach Lucien Olivier benannt, dem Koch des Moskauer Restaurants „Ermitage“. Er erfand den Salat in den 1860er-Jahren und hielt das Rezept geheim. Ein gedrucktes Rezept von 1897 nennt Haselhuhn, Krebsschwänze und Kapern. Mit dem heutigen Salat hat das wenig zu tun: Die Fassung mit Kartoffeln, Erbsen und Wurst stammt aus der Sowjetzeit.

Zutaten für 4 bis 6 Personen:

Alles in erbsengroße Würfel schneiden und erst kurz vor dem Servieren mit Mayonnaise mischen.

Ensaladilla rusa auf einer Silberplatte, mit Eierscheiben, Paprikastreifen, Oliven, Thunfisch und Mais auf Salatblättern
Der Salat ist weit gereist: In Spanien heißt er „Ensaladilla rusa“, russischer Salat, und kommt oft mit Thunfisch, Oliven und Paprika auf den Tisch. Der russische Neujahrs-Olivier ist schlichter, mit Kochwurst, Erbsen und Salzgurke.

Hering im Pelzmantel

Der zweite Klassiker ist ein Schichtsalat aus Hering, Kartoffeln, Karotten und Roter Bete, zusammengehalten von Mayonnaise, oft mit Ei und Zwiebel. Die Rote Bete oben ist der „Pelzmantel“.

Oft wird erzählt, ein Moskauer Wirt habe den Salat 1918 erfunden. Diese Geschichte ist erfunden, weder Wirt noch Koch sind belegt. Gedruckte Rezepte gibt es erst ab Ende der 1960er-Jahre.

Kaviar, Blini und Lachs

Zu einer festlichen Neujahrstafel gehört Kaviar. Meist ist es roter Kaviar, der Rogen von Lachsfischen, auf Weißbrot mit Butter, als kleine Schnitte, auf Russisch Buterbrod. Schwarzer Kaviar vom Stör ist deutlich teurer und kommt seltener auf den Tisch.

Dazu passen Blini, dünne Pfannkuchen, traditionell aus Hefeteig, mit Schmand oder saurer Sahne und einem Löffel Kaviar. Ihre eigentliche Saison ist allerdings die Butterwoche Masleniza vor der Fastenzeit, an Neujahr sind sie eine Möglichkeit unter vielen.

Auf die kalte Platte kommt außerdem gesalzener oder geräucherter Lachs, dünn aufgeschnitten, neben Hering, Wurst und Käse.

Mandarinen

Mandarinen gehören zum russischen Neujahr wie der Tannenduft. Seit den späten 1950er-Jahren kamen sie im Winter in großen Mengen aus dem Kaukasus in die Geschäfte, als eine der wenigen frischen Südfrüchte der Jahreszeit. Deshalb riecht Neujahr für viele nach Mandarinen.

Sekt

Angestoßen wird mit Sekt, zu Sowjetzeiten mit „Sowjetskoje Schampanskoje“, das seit den 1930er-Jahren in großen Mengen hergestellt wurde. Das Glas wird unter den Glockenschlägen um Mitternacht erhoben. Mehr unter Mitternacht.