Weihnachten am 7. Januar
Wer den russischen Festkalender verstehen will, braucht zwei Kalender: den gregorianischen, nach dem Russland seit 1918 lebt, und den julianischen, nach dem die orthodoxe Kirche bis heute rechnet. Daraus ergeben sich drei Feste in drei Wochen: Neujahr, Weihnachten am 7. Januar und das Alte Neujahr.

Zwei Kalender
Bis 1918 galt in Russland der julianische Kalender, der damals 13 Tage hinter dem in Westeuropa üblichen gregorianischen lag. Ein Dekret vom Januar 1918 stellte um: Auf den 31. Januar 1918 folgte direkt der 14. Februar. Der russische Staat rechnet seitdem wie Deutschland.
Die Russisch-Orthodoxe Kirche blieb beim julianischen Kalender. Ihre Feste liegen deshalb heute 13 Tage später.
Weihnachten am 7. Januar
Der 25. Dezember nach julianischem Kalender fällt auf den 7. Januar nach unserem. An diesem Tag feiert die orthodoxe Kirche Weihnachten, Heiligabend ist der 6. Januar. Der 7. Januar ist in Russland gesetzlicher Feiertag.
Ein anderer Kalender für das ganze Land ist das also nicht. Nur die Kirche rechnet anders.
Das Alte Neujahr
Der 1. Januar nach julianischem Kalender fällt auf den 14. Januar. In der Nacht vom 13. auf den 14. Januar feiern viele Familien deshalb ein zweites Mal Neujahr, das Alte Neujahr, auf Russisch Staryj Nowyj God. Es ist kein kirchliches Fest und kein gesetzlicher Feiertag, sondern ein Abschluss der Festzeit im kleinen Kreis. Der Gruß lautet „So starym Nowym Godom!“.
Die Neujahrsferien
In Russland sind der 1. bis 6. und der 8. Januar gesetzlich als Neujahrsferien frei, der 7. Januar als Weihnachten. Durch verschobene Wochenenden entstehen daraus meist zehn bis zwölf freie Tage am Stück. Viele Geschäfte und Einrichtungen haben in dieser Zeit verkürzte Öffnungszeiten.
Die Festzeit im Überblick
31. Dezember: Neujahrsabend, das größte Fest des Jahres
1. bis 8. Januar: Neujahrsferien
6. Januar: orthodoxer Heiligabend
7. Januar: orthodoxe Weihnacht
Nacht zum 14. Januar: Altes Neujahr